
Als ersten erreichen wir den Naivasha See, wo wir am Ufer des Sees im Fishermans Camp die Zelte aufbauen. Unter großen schattigen Fieberakazien relaxen wir am Seeufer und freuen uns über den Besuch von Flusspferden, Colobusaffen und Schreiseeadlern.
Dann kommen wir zum Nakuru-See, vor allem berühmt durch die Millionen von Flamingos, die das Ufer bevölkern und einen höllischen Lärm verursachen. Auch sonst ist der Park sehr tierreich. Wir sehen große Herden von Wasserböcken, Impala-Antilopen und Zebras. Elefanten gibt es hier wegen der Stadtnähe nicht. Eine besondere Attraktion ist eine größere Anzahl von Nashörnern, die in den letzten Jahren hier wieder angesiedelt wurden. Von dem Aussichtspunkt " Baboons Cliff" hat man einen sehr schönen Ausblick auf den See.
In der Stadt Nakuru machen wir auf dem Zentralmarkt die letzten Einkäufe und dann setzen wir die Fahrt zum Baringo-See fort, nicht ohne am Äquator das obligatorische Erinnerungsfoto gemacht zu haben. Am See campen wir, wie schon oft vorher, auf der Roberts Campsite unmittelbar am Ufer. Hier ist es schon empfindlich heiß und wir müssen am Abend wie gewohnt mit vielen Mücken kämpfen.
Kamelwanderung
Die Kamele sind gesattelt und die Vorräte auf den Lastkamelen verzurrt. Man hat nun die Wahl zu reiten oder neben den Tieren herzulaufen. Anfangs reiten erst mal alle los, aber schon nach relativ kurzer Zeit schmerzt schon der Allerwerteste und einige steigen dann auf Fußwanderung um.
Tagsüber ist es sehr heiß und staubig und der weiche Untergrund macht das Wandern sehr anstrengend. Am Ende der Wanderung treffen wir im Camp ein und können am Fluss unter schattigen Bäumen für den Rest des Tages relaxen.
Am nächsten Tag werden wir noch einen weiteren Wandertag mit den Kamelen haben und unser heutiges Camp wird dann an den Ursprungsplatz des ersten Tages zurückverlegt sein. Wir verabschieden uns von den freundlichen Leuten des Versorgungsteams des angeheuerten Operators.
Von hier steigen wir auf zur Old Moses Hütte (3360m). Der Aufstieg ist ganz toll. Die Gipfel des Mount-Kenia haben wir immer im Blickfeld. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und vor allem die unterschiedliche Vegetation auf der Bergheide ist eindrucksvoll.
Um 17 Uhr sind wir an der Hütte. Wir steigen noch einige hundert Meter höher, um uns an die Höhe zu gewöhnen. Nach dem Abendessen verziehen sich alle in die Schlafsäcke.
Um 6 Uhr stehen wir auf: Frühstücken, Rucksäcke packen, alles wirkt hektisch an diesem Morgen. Um 7.45 Uhr verlassen wir die Hütte. Ab 3500m wandern wir durch Erika-, Aloen-, Senecien- und Stammkopfblattgewächse zum Liki North-Bach.
Durchs Mackinders Valley, entlang des Liki-Baches Richtung Shiptons Camp-Hütte (4200m), gelangen wir in eine Traumlandschaft, die die Kopfschmerzen vergessen lässt. Am Bach machen wir noch eine Stunde Pause und genießen die Landschaft.
16 Uhr 30 kommen wir am Shiptons Camp an. Unterwegs und an der Hütte sehen wir die ersten Klippschliefer. Wir genießen vor der Hütte die letzten Sonnenstrahlen und lassen das großartige Panorama auf uns wirken (Nelion 5199m-Batian 5188m-Lenana 4985m). Auch hier machen wir zur Akklimatisierung wieder auf einer Wanderung einige Höhenmeter.
Nach Sonnenuntergang wird es sehr schnell kalt und wir ziehen uns in die ungeheizte Hütte zurück. Unser Führer hat den Abmarsch zum Gipfel auf 7 Uhr festgelegt. Nach einer langen, kalten Nacht marschieren Richtung Lenana los. Die Vegetation reicht bis 4000m, dann gibt es nur noch Moos und Flechten. Es ist ein schöner und abwechslungsreicher Anstieg. Die erste Stunde geht es über Geröll. Nun wird der Weg flacher und bringt uns freie Sicht ins Georg Valley.
Die letzten 200m mit leichter Blockkletterei, vorbei an einer kleinen Schneezunge zum Gipfel (4.985 m), wo wir um 11 Uhr ankommen. Es ist ein gutes Gefühl, auf dem Gipfel zu stehen. Man kann sich rundum satt sehen. Die Kopfschmerzen und die Anstrengungen sind vergessen.
Der Gipfel fesselt uns noch 2 Stunden, bevor wir um 13 Uhr mit den Abstieg beginnen. Vorbei am Lewis-Gletscher und der Austrian Hut (4600m) steigen wir über ein Geröllfeld zur Naro Moru River-Lodge ( Mackinders Camp 4300m) ab.

Um 15 Uhr erreichen wir mit leichten Kopfschmerzen die Hütte. Heute sind wir sehr vielen Leuten begegnet. Die Naro Moru Route ist die am meisten begangene Route zum Mount Kenia. An der Hütte wimmelt es von Klippschliefern. In keiner Hütte gibt es Licht und ab 18 Uhr sind Kerzen angesagt. Aber lange bleibt man nicht sitzen, denn es wird schnell kalt und Heizung gibt es nicht. Also geht es um 20 Uhr bei Frost im Zimmer in den Schlafsack.


Um 8 Uhr Abmarsch durchs Telekital am Naro-Moru-Bach entlang - wie in einem Park, überall Riesensenecien, Lobelien und Hagenia - wahnsinnig schöne Landschaft. Dann geht es weiter durch das Hochmoor Richtung Met-Station. Unterwegs sehen wir das Wrack eines Kleinflugzeugs, das 1993 abgestürzt ist.
Pünktlich ist Friedhelm mit dem Lkw an der Met-Station (3.000m), um uns abzuholen. Auf ihn ist Verlass - und er hat auch kühles Bier dabei. Nach einem kleinen Imbiss fahren wir zurück zur Bantu-Lodge.
Die Fahrt mit dem Lkw führt durch Bambus- und Regenwald und bald erreichen wir die Hauptstraße von Naru Moru nach Nanyiuki, von der wir dann zur Bantu-Lodge abbiegen. Wir genießen ein kühles Bier in der Lodge. Anschließend ist Zeltaufbau und Großwäsche angesagt. Die Zeit bis zum Abendessen überbrücken wir noch mit einem Spaziergang. Als wir zurückkommen, ist der Koch wieder dabei, die Affen zu vertreiben. Mitten beim Abendessen überfällt uns ein tropisches Gewitter mit viel Regen. Erst flüchten wir samt Essen unter einen Baum, dann ins Zelt. Den Abend genießen wir bei einem Bier - was soll man sonst schon bei einem solchen Sauwetter machen? Am nächsten Morgen Rückfahrt nach Nairobi.
Masai Mara-Reservat
9 Uhr Abfahrt in die Masai-Mara. Erst querfeldein, weiter durchs Kedong Valley, vorbei am Suswa-Krater (2357m), dann auf einer schlechten Teerstraße Richtung Narok. In Narok machen wir bei strömendem Regen Mittagspause. Friedhelm hat mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen besorgt, die sehr pikant schmecken. Anhaltende wolkenbruchartige Regenfälle. Einige Straßen gleichen Bachläufen. Als wir um 16 Uhr in der Masai-Mara ankamen, hat es endlich zu regnen aufgehört. Wir richten unseren Zeltplatz am Sandriver ein.

Dieser Fluss trennt die Masai-Mara in Kenia von der Serengeti in Tansania. Ein traumhafter Zeltplatz. Überall Spuren von Tieren. Man sieht Giraffen, Zebras und Antilopen vorbeiziehen. Nach der Dämmerung Abendessen bei leichtem Nieselregen. Bald geht es ins Zelt.
Die Geräuschkulisse von Hyänen, Löwen usw. macht uns jetzt richtig bewusst, dass wir mitten in der freien Wildbahn zelten. Früh am Morgen gehen wir auf die erste Fotopirsch. Das Wetter ist leider sehr trüb. Wir sehen unterwegs Büffel, Antilopen, Hyänen und viele Löwen.
Zurück am Zeltplatz wartet der Koch schon mit dem Frühstück auf uns. Am Nachmittag gibt es eine weitere Pirschfahrt. Erst aber machen wir einen kleinen Abstecher zur Keekorok-Lodge und genießen ein Bad im Pool und anschließend ein kühles Bier.
Wir sehen wieder viele Löwen, Geparden und Elefanten, eine Gepardenmutter mit ihren drei Jungen beim Fressen einer Antilope und zwei Löwen bei Auswaiden eines Kaffernbüffels.Es ist grandios anzusehen, wie der Büffel immer wieder die Löwinnen abzuschütteln versucht. Aber er wird langsam müde. Jetzt ist der Büffel dem Tod geweiht. Eine Löwin hat sich nach mehreren Versuchen in der Kehle des Büffels festgebissen und zwingt ihn zu Boden.
Er erstickt langsam durch den Kehlkopfbiss. Noch bevor der Büffel erstickt ist, beginnt die andere Löwin damit den Schwanz des Büffels abzubeißen. Es ist grausam, aber so ist die Natur. Wir haben einen "Kill" life gesehen, die Stimmung war trotz des schlechten Wetters großartig. Abends wurde noch viel am Zeltplatz diskutiert und gelacht.
Masai-Wanderung in den Loita Hills
Nach dem Frühstück Abfahrt zu unserer Masai-Wanderung in den Loita-Hills. An der Kekorok Lodge vorbei geht es weiter Richtung Morijo. Der Weg ist durch den Regen sehr schmierig und tief. Immer wieder driften wir von der Fahrbahn ab. Friedhelm bringt Dank seiner Routine den schweren LKW immer wieder auf die Fahrbahn zurück. Aber der Weg wird immer schlechter und er beschließt, umzudrehen und über einen anderen Weg in die Loita-Hills zu fahren. Es ist ein riesiger Umweg, aber die einzige Möglichkeit, das Ziel zu erreichen. Also zurück nach Barkitabo, dann Richtung Narok, Maji Moto, Naroussera, dann hoch über einen Pass (2300m), am Osupugo (2679m) vorbei nach Morijo -Umweg 5-6 Stunden, für Afrika aber keine Zeit - immer "pole pole". Auch der Umweg ist nicht ohne. Zweimal trennt uns nur sehr wenig vom Versacken. Öfters müssen wir die Straße verlassen, um uns quer durch die Steppe einen besseren Weg zu erkämpfen.
In Naroussera machen wir eine kleine Pause. Ein kleiner Marktflecken, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Leute und Kinder waren sehr aufgeschlossen und neugierig. Weiter über einen Pass auf eine Hochebene. Wir sind alle erleichtert, als wir diese erreichen. Durch die schweren Regenfälle ist es nicht möglich, bis zum Kral unseres Masai-Führers Moses zu fahren. Wir schlagen deshalb das Camp in einiger Entfernung vom Kral auf. Ein toller Platz inmitten einer parkähnlichen Landschaft. Kaum hatten wir den LKW verlassen, kamen schon von allen Seiten die Masai zu uns herüber.
Die Kinder berühren immer wieder unsere Hände und Beine. Mit der Dämmerung kommen die Masaifrauen, um Kalebassen und Schmuck zum Verkauf anzubieten. Auf dem ganzen Camp stehen kleine Gruppen von Masaikriegern, fast alle mit Speer und Keule bewaffnet, herum. Es ist ein atemberaubendes Bild.
Mittlerweile sind auch Moses und sein Bruder Entena eingetroffen, unsere Führer auf der Masaiwanderung.
Am nächsten Morgen brechen wir auf. Von hier aus begleiten uns drei Masai. Die vier Ziegen dienen als Proviant für die nächsten Tage.
Am Anfang geht es recht steil durch Wiesen über einen Höhenzug. Nach der Mittagspause kommen wir in dichteren Wald. Wir sehen Colobusaffen, jede Menge Büffel-, Elefanten- und Löwenspuren. Die nächsten Tage bewegen wir uns nur noch auf Tierpfaden. Wir gehen durch Sumpf und sehr nasses, schwieriges Gelände.
Um 17 Uhr wird der Lagerplatz aufgeschlagen. Er liegt inmitten eines Sumpfgebietes. Die Masai finden kein sauberes Wasser und holen eine morastige Brühe aus einem Sumpfloch, das sich ganz in der Nähe des toten Büffels befindet. Sie kochen es zwar ab und wir haben auch Mikropur dabei, aber nein, da leiden wir lieber Durst. Inzwischen wird die erste Ziege geschlachtet.
Die Keulen sind am Lagerfeuer aufgespießt. Günter und Helmut bauen sich mit Holzstangen und einer Zeltplane einen Schlafplatz für die Nacht. Einige Leute sind ganz schön fertig und liegen schon vor dem Essen im Schlafsack. Die Masai haben zwei riesige Lagerfeuer entfacht. Wir sitzen auf Baumstämmen um das Lagerfeuer und lassen uns gemeinsam die Ziege schmecken. Mit einem Schuss Whisky löschen wir etwas den Durst und genießen den Sternenhimmel. Plötzlich dunkle Wolken und noch schneller der Regen.
Eine abenteuerliche Nacht beginnt. Die Truppe liegt mit ihren Schlafsäcken im Freien. Friedhelm hat noch schnell zehn Meter Plastikfolie verteilt, doch in der Hektik und Dunkelheit ist diese auch keine große Hilfe. Die Einen ziehen links, die Anderen rechts und zum Schluss waren alle nass. Gegen Mitternacht hört der Regen auf und es kommen doch noch einige Stunden Schlaf zustande.
Am nächsten Morgen ärgern wir uns, weil wir nicht das Regenwasser aufgefangen haben. So fallen Kaffee und Tee heute wieder aus, weil wir wieder nur Moorwasser haben. Einziger Trost, wir kommen nachmittags an einen Bach mit trinkbarem Wasser.
Morgens werden die nassen Sachen am Lagerfeuer getrocknet. 8 Uhr Abmarsch. Erst ein langer Anstieg, dann auf und ab durch Dickicht, dichten Wald, Farne und Brennnessel.
Immer wieder gibt es steilere Passagen durch überwachsene kleine Steige und des öfteren müssen wir kleine Bäche überqueren. Bei all diesen Aktivitäten sind unsere Rucksäcke natürlich sehr hinderlich, weil wir oft in engen Buschpassagen hängen bleiben. Schwitzend und fast ausgetrocknet kommen wir um 12 Uhr in unser nächstes Camp. Es liegt auf einer kleinen Anhöhe mitten im Wald.
Heute wird die nächste Ziege geschlachtet und bald schmort sie am Feuer. Es fängt schon wieder an zu donnern. Nach dem Abendessen sitzen wir noch am Lagerfeuer. Rudi erzählt noch ein paar gute Witze, bevor wir in die Schlafsäcke kriechen. Den ganzen nächsten Tag geht es auf und ab. Zwischendurch ein toller Blick auf einen Wasserfall. Es ist heute sehr anstrengend. Die Masai gehen kreuz und quer durch den Urwald, um Honig zu suchen. Der Weg ist sehr unzugänglich und dornenreich. Um 16 Uhr erreichen wir den Lagerplatz, sehr klein aber am Bach gelegen. Mittendurch führt ein Wildwechsel. Die Masai versperren diesen rechts und links mit großen Ästen und dornigen Zweigen, um wenigstens provisorisch einen Schutz vor wilden Tieren zu haben. Als weitere Schutzmaßnahme bauen wir die Zelte nahe am Feuer auf und gehen anschließend im Bach baden. Das Wasser ist sehr kühl, aber angenehm.
Moses, der mit einigen Masai zum Honigsammeln unterwegs ist, kommt jetzt mit Eimern voller Bienenwaben zurück. Sie essen den Honig mit samt den Waben und spucken anschließend das Wachs aus. Sie sind ganz besessen von Honig. Wir probieren ihn auch und er schmeckt sehr gut. Axel war beim Honigsammeln dabei und erzählt uns, dass sie erst die Bienen ausräuchern, dann den Stamm aufhacken, so dass das Loch zum Bienenstock groß genug ist, um die Waben heraus zu nehmen. Moses hat bestimmt 20 Bienenstiche am Arm, doch für Honig tun sie alles. Er zeigt keinen Schmerz. Abends am Lagerfeuer fangen die Masai an zu singen. Moses erzählt uns, dass es Lieder sind, die schon seine Urahnen gesungen haben. Wir sitzen am Lagerfeuer und genießen Afrika.
Nach einer unruhigen Nacht um 8 Uhr Abmarsch. Nach einer Stunde wird der Urwald lichter und wir gelangen auf eine steppenähnliche Hochebene. Von hier können wir in das etwa 1000m tiefer gelegene Rift-Valley hinunter sehen.
Endlich aus der Ferne ein LKW-Geräusch. Das erste, was wir abladen, ist eine Kühlbox mit Bier. Anschließend Zeltaufbau und dann ab in den Bach zum Regenerieren und Wäschewaschen. Ein Hochgenuss, die Schicht aus Schweiß, Staub und Sonnenschutzmittel abzuspülen. Am Morgen starten wir die Rückfahrt nach Nairobi, quer durch das Rift-Valley, vorbei am Magadi-See.
In etwa vier Stunden werden wir Nairobi erreichen. Der Weg vom See hinauf in die Ngong Hills im Süden Nairobis verläuft über eine relativ gute Asphaltstraße. Sie führt durch eine eindrucksvolle Buschsavanne, teilweise entlang der Abbruchkante des Rift Valley. Eine abwechslungsreiche Reise geht zu Ende und es bleibt uns nur noch die Erinnerung.



























































































